Deutsches Volkslied, Küchenlied, nach der Ballade "Die Heimkehr"
Müde
kehrt ein Wandersmann zurück nach der Heimat, seiner Liebe Glück. Doch
bevor er tritt in Liebchens Haus, kauft er ihr den schönsten
Blumenstrauß.
Und
die Gärtnerin so hold und bleich zeiget ihm ihr ganzes Blumenreich.
Doch bei jeder Rose, die sie bricht, rollen Tränen ihr vom Angesicht.
Warum
weinst du, holde Gärtnersfrau? Weinst du um die Veilchen dunkelblau? Um
die Rose, die dein Finger bricht? Nein, ach nein, um diese wein ich
nicht.
Um
den Liebsten weine ich allein, der gezogen in die Welt hinein, dem ich
ew'ge Treue einst versprach und als Gärtnersfrau die Schwüre brach.
Liebe
hast du nicht für ihn gehegt, doch die Blumen hast du wohl gepflegt.
Ach, so gib mir, holde Gärtnersfrau, einen Strauß von Veilchen
dunkelblau.
Mit
dem Blumenstrauße in der Hand will ich wandern durch das ganze Land,
bis der Tod mein müdes Auge bricht. Lebe wohl, mein Lieb, vergiss mich
nicht!
Erstellt
am 3. April 2026