Volksweise aus Franken oder Karl Kiermaier
Quellen
(siehe
Legende): A1: S. 76 (Walzer
F-Dur)
Unter Erlen stand ’ne Mühle, still vorbei das Wasser rauscht und in
tiefer Mondnachtstille steht der Müllerbursch und lauscht.
Leise öffnet sich ein Fenster und mit einem Händedruck schenkt das kleine Müllerlieschen ihr’m Geliebten einen Kuss.
Heute muss ich Abschied nehmen, ob dir’s recht ist oder nicht, denn ich darf dich nicht mehr lieben, meine Eltern leiden‘s nicht.
Meine Mutter will’s nicht haben und mein Vater nicht viel mehr, darum müssen wir jetzt scheiden, ach, der Abschied fällt so schwer.
Drunten poltert schon der Alte, stellt die Räder schnell zur Ruh und des Fensters kleine Flügel schließen sich für immer wieder zu.
Durch den Garten eilt ein Schatten, hinter ihm der Müllerbursch. In des Mühlbachs tiefstem Grunde fanden beide ihre Ruh.
Und als letztes Abschiedszeichen pflückt er ihr ein‘ Blumenstrauß und als letzte Ruhekissen suchten sie den Mühlstein aus.
Drum, ihr Eltern, lasst euch sagen: Störet nie der Liebe Glück! Denn auch ihr habt einst geliebet, denket nur an euch zurück.
Erstellt
am 8. März 2026