Altes deutsches Volkslied
Quellen
(siehe
Legende): A1: S. 37, Bau: S. 39 (Marsch
F-Dur)
Es wollt ein Mädchen früh aufstehn, dreiviertel Stund vor Tag.
Wollt in den Wald spazieren gehn, halli, hallo, spazierengehn und Brombeern pflücken ab.
Und als sie in den Wald nein kam, da kam des Jägers Knecht:
„Ach Mädchen, scher dich aus dem Wald, halli, hallo, ja aus dem Wald, es ist meinem Herrn nicht recht.“
Und als sie ein Stück weiterging, da kam des Jägers Sohn:
„Ach Mädchen, setz dich nieder, halli, hallo, ja nieder und pflück dein Körbchen voll!“
„Ein Körbchen voll, das brauch ich nicht, eine Hand voll ist gnug.
In meines Vaters Garten, halli, hallo, ja Garten, da wachsen Brombeern g’nug!“
Es dauert kaum ein halbes Jahr, die Brombeern wurden groß.
Es dauert kaum drei Vierteljahr, halli, hallo, drei Vierteljahr, trug sie ein Kind auf’m Schoß.
Sie sah es mit Verwunderung an: „Ei, ei, was hab ich getan!
Kommt das denn von den Brombeern her, halli, hallo, den Brombeern her, die wir gepflücket han?“
Und wer ein ehrlich Mädel will habn, der schick sie nicht in Wald.
Er schick sie nicht nach Brombeern aus, halli, hallo, nach Brombeern aus, verführet wird sie bald!
Erstellt
am 3. März 2026