Aus dem 19. Jahrhundert überliefertes
traditionelles bayerisches Volkslied
Quellen (s. Legende): A1: S. 4, H1: S. 65, H2: S. 102 (F-Dur)
A Rindvieh, so nennen im Dorf mi die Leut,
des is halt a
Titel, der so sakrisch mi freut. Mei Vadder, der hat in sein’m Köpferl
nix
drin, na is aa koa Wunder, dass a Rindvieh i bin.
I bin fidel, fidel, fidel, mi leckst am
Arsch, bis dass der Deifi
holt mei arme Seel.
Und
weil i so blöd bin und weil mi des g’freut, drum
steig i
auf die Alm, wo des Rindvieh droben weid’. Da
hock i nacha mitt’n unter eahna
drin, na
woaß wenigstens a jeder, dass a Rindvieh i bin.
I bin fidel, fidel, fidel, ...
Ja
neulich, da hat mich das Zahnweh so plagt. Zum Bader bin i
ganga, hab mei Leid ihm geklagt.
Fünf guate hat er g’rissen, sechs
schlechte
san no drin, 20 Markl hab i bezahlt, weil a Rindvieh i bin.
I bin fidel, fidel, fidel, ...
Am
Sonntag, da kommen die Stadtleut aufs Land, de
kraxeln auf
de Berg, wia de Gamsböck umnand. Sie
busseln mei Madl in der Sennhüttn drin und
i schai eahna zua, ja weil a Rindvieh i bin.
I bin fidel, fidel, fidel, ...
Do
neulich, do kriag i a Schreiben vom Gericht, ‘s is wegs di
Alimente so a saublöde G’schicht. In dem Schreiben steht geschrieben,
der Vater
sei i, jetzt hab i’s au noch schriftlich, dass a Rindvieh i bin.
I bin fidel, fidel, fidel, ...
Und
weil i so blöd bin und weil mi des g’freut, drum
steig i
auf die Alm, wo des Rindvieh droben weid’. Da
hock i nacha mitt’n unter eahna
drin, na
woaß wenigstens a jeder, dass a Rindvieh i bin.
Erstellt am 26.02.2026