Melodie: Franz Schubert, Text: Wilhelm Müller 1822
Quellen (siehe Legende): A1: S. 8, Bau: S. 10, H1: S 15, H4: S. 18 (F-Dur)
Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum. Ich träumt in
seinem Schatten so manchen süßen Traum. Ich schnitt in seine
Rinde so manches liebe Wort; es zog in Freud und Leide zu ihm mich
immerfort, zu ihm mich immerfort.
Ich musst’ auch heute wandern vorbei in tiefer Nacht, da hab ich noch
im Dunkeln die Augen zugemacht, und seine Zweige rauschten, als
riefen sie mir zu: Komm her zu mir, Geselle, hier findst du deine Ruh,
hier findst du deine Ruh.
Die kalten Winde bliesen mir grad ins Angesicht, der Hut flog mir vom
Kopfe, ich wendete mich nicht. Nun bin ich manche Stunde entfernt
von jenem Ort, und immer hör’ ich’s rauschen: Du fändest Ruhe dort,
du fändest Ruhe dort.
Erstellt
am 26.02.2026