Karl Valentin
1939/40
Quellen
(siehe
Legende): A1: S. 26, H1: S. 60, H2: S. 92 (Geschichte
C-Dur)
Ja so warn’s, ja
so warn’s, ja so warn’s die alten Rittersleit, ja
so warn’s, ja so warn’s, die alten Rittersleit.
Zu Grünwald im Isartal, glaubt es mir, es war einmal, da hab’n edle Ritter g’haust, denen hats vor gar nix graust.
Ja so warn’s, ...
Ging ein Ritter mal auf Reisen, legte er seine Frau in Eisen, doch der Knappe Friederich hatte einen Dieterich.
Ja so warn’s ...
Und der Ritter Alexander rutscht mal über’s Stiegeng’lander. Unten stand ein Nagel vor, seitem singt er im Knabenchor.
Ja so warn’s ...
Und der Ritter Davidudl hat ein mords Trum langes Schwert. Und wenn es ihm beim Reiten stört, setz er sich verkehrt aufs Pferd.
Ja so warn’s ...
Bei einem Kreuzzug hat Ritter Franze, glaubt es mir, mit seiner Lanze, in einem Harem in einer Nacht fünfzehn ledige Kinder g’macht.
Ja so warn’s ...
Und die Rittersfrau Johanna war von einem Neger schwanger. Ihr war es wurst, ob schwarz ob weiß, die Hauptsach is, es is ka Preiß.
Ja so warn’s ...
Auf dem alten Schloss da droben ham’s gar manche Nummer g’schobn und das Ritterfreulein Emma is gar nicht mehr zum Aufstehn kemma.
Ja so warn’s ...
Und das Ritterfreulein Hilde, mein Gott nochmal, war des a wilde: Anstatt die Bruck’n runter z’lass’n, hat’s die Ritter drüber lassen.
Ja so warn’s ...
Und der Ritter Kunigul, Herr Gott nochmal, war der Teifl schwul, der hat sich hint’n an Draht einbaut, damit ab und zu der Blitz einhaut.
Ja so warn’s ...
Und der Ritter Franz von Stein schlief des Nachts auf’m Scheißhaus ein. Da kam die alte Frau von Kunzen und sagt: Geh’ außa, lass’ mi a amol brunz’n.
Ja so warn’s ...
Wollt ein Ritter einmal schnackseln, musste er aus der Rüstung kraxeln. Dabei war dem seine Lust verdorben, drum sind sie jetzt auch ausgestorben.
Ja so warn’s ...
Erstellt
am 2. März 2026